18. Juli 2017

Freie Presse testet im Sommer 2017 Themenwege im Vogtland

Freie Presse Reporter Peter Albrecht hat sich in das Gebiet des Sagenhaften Vogtland begeben, um zu wandern.

Foto: Peter Albrecht

Von Peter Albrecht
erschienen in der Freien Presse, Lokalseite Auerbach, am 18.07.2017


"Falkenstein. Rechnet man die Länge der um Falkenstein, Grünbach, Werda und Beerheide ausgewiesenen Felsenwege zusammen, kommt man auf rund 60 Kilometer Wandervergnügen. Über die unter anderem auch im Geoportal des Vogtlandkreises zu findenden Routen kann sich der Wanderer aber auch einen eigenen Weg suchen - je nachdem, welche Felsen er sehen möchte. Ich habe mir eine Tour vom Bahnhof Grünbach über Siehdichfür, die Scheibenhäuser, den Wendelstein, den Schwarzen Stein, den Basteigipfel, die Talsperre Falkenstein und schließlich den Lohbergfelsen nach Falkenstein zusammengestellt. So berührt man mehrere der mit einem schwarz-weißen Fels und einer Zahl markierten Strecken.

Gleich am Bahnhof Grünbach steht eine Info-Tafel. Ich wähle den gelb markierten Ringweg, gehe nach links und dann bis Siehdichfür. Grün, Rot, Gelb, der gelbe Ringweg 1 und später noch die sich teilweise berührenden Felsenwege - die Menge der Hinweise am Wegesrand kann einen manchmal schon leicht verunsichern. Aber letztlich findet man sich zurecht.

Eine erste interessante Lehrtafel steht am Wendelstein (Felsenweg 1). Über die Scheibenhäuser habe ich einige Kilometer zuvor auf der Tafel leider nicht so viel lesen können. Im Oktober 1864 ist die Vermessungssäule auf dem Wendelstein errichtet worden. Rittergutsbesitzer Trützschler auf Falkenstein hat die Baugenehmigung erteilt, und Professor Christian August Nagel aus Dresden hat das 1,30 Meter hohe Teil aus Granit auf dem Felsen zu Zwecken der Landesvermessung errichten lassen. Die alte Säule will ich natürlich sehen, und steige auf den Wendelstein. Da dringen plötzlich Stimmen an mein Ohr - aber ich sehe niemand. Der Waldgeist kann es doch nicht sein. Vielleicht kommt es von unten? Tatsächlich hängt dort ein Kletterer am Seil. Ziemlich schnell ist er ganz nach oben gestiegen und kann mir beinahe schon die Hand geben. Ich frage ihn, woher er kommt. "Vom Alpenverein", antwortet er. Weil die Wand hier schön steil sei, klettere man da öfter mal. Mit dem Alpenverein meint er die Sektion Plauen-Vogtland, die mehr als 800 Mitglieder hat.

Später auf meiner Tour entdecke ich im Lohbergfelsen nahe Falkenstein weitere solcher Haken, wie sie von Bergsteigern genutzt werden. Aber ersteinmal geht es weiter zum Schwarzen Stein (Felsenweg 2). Da steht freilich als erstes die Frage im Raum, was der Stein mit dem Moosmann zu tun hat, der vogtländischen Sagengestalt. Genau das wird auf einer Tafel vor dem Felsen erklärt.

Wer nach dem Schwarzen Stein den steilen Abstieg des Basteigipfels bewältigt, kann unten im Tal gemütlich zur Talsperre Falkenstein schlendern und dann über den Lohbergfelsen nach etwa dreieinhalb Stunden in die Stadt gelangen. Das war eine wirklich abwechslungsreiche Wanderung."